Fort- und Weiterbildungen für Pflegefachkräfte auf einen Blick | gesundheitsberufe.de

Fort- und Weiterbildungen für Pflegefachkräfte auf einen Blick

Fort- und Weiterbildungen für Pflegefachkräfte auf einen Blick

Tag für Tag leisten Pflegefachkräfte Großartiges. Doch vielleicht wird nach einiger Zeit der Wunsch nach beruflicher Veränderung laut. Mit einer Fort- und Weiterbildung gibt es die Möglichkeit, eigene Kompetenzen zu stärken, sich beruflich umzuorientieren, Fähigkeiten zu erweitern und die Karriereleiter nach oben zu klettern. Wir zeigen in unserem Überblick, welche Wege Pflegefachkräften hierfür zur Verfügung stehen.

 

Fort- oder Weiterbildung? Das sind die Unterschiede

Die meisten Menschen im Pflegebereich sehen ihren Beruf als Berufung an. Doch mit der Zeit wächst bei einigen Pflegefachkräften die Angst, dass man den steigenden beruflichen Anforderungen nicht auf lange Sicht gerecht werden kann. Wie der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zeigt, gibt es noch immer zu wenig Nachwuchskräfte im Pflegebereich. Dabei haben Pflegefachkräfte zahlreiche Möglichkeiten, sich beruflich zu verändern oder aufzusteigen. Mit einer Ausbildung zum Pflegefachmann etwa kann man den Grundstein für eine vielversprechende berufliche Zukunft legen. Wer möchte, kann sich später mit einer Weiterbildung spezialisieren oder eine Fortbildung machen, zum Beispiel zum Praxisanleiter. Bevor man sich für einen Weg entscheidet, ist es jedoch wichtig, die grundlegenden Unterschiede zwischen Weiterbildung und Fortbildung zu kennen.

 

  •   Weiterbildung:

  Mit einer Weiterbildung baut man sein Wissen und Können aus, erweitert also seinen beruflichen Handlungsspielraum. Das Ziel liegt darin, sich bessere  Jobperspektiven zu eröffnen. Typisch für eine  Weiterbildung ist, dass diese auf während des Berufslebens gewonnenes Wissen aufbaut.

  •   Fortbildung:

  Ein wenig anders sieht es bei der Fortbildung aus. Um an einer solchen teilnehmen zu können, muss ein Berufsabschluss ebenso nachgewiesen werden wie eine einschlägige Berufserfahrung. Primäres Ziel ist  es, die berufliche Handlungsfähigkeit im aktuellen Job zu sichern und anzupassen oder aber zu erweitern. Je nach konkretem Ziel, wird dabei in Anpassungsfortbildung und Aufstiegsfortbildung unterschieden.

 

Die wichtigsten Fort- und Weiterbildungen für Pflegefachkräfte

Schon seit einiger Zeit steht fest: Gesundheitsberufe werden immer gefragter. Nicht zuletzt durch die generalisierte Pflegeausbildung sollen Nachwuchskräfte für die Pflegebranche begeistert werden. Seit dem 1. Januar 2020 lockt eine Ausbildungsvergütung ebenso wie die Möglichkeit, mit einer Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau zum echten Allroundtalent in der Pflege zu werden. Aber auch die zahlreichen Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sorgen dafür, dass Pflegeberufe immer attraktiver werden. Je nach Interessensgebiet und Vorstellung der beruflichen Zukunft, helfen spezielle Weiterbildungen und Fortbildungen dabei, die persönlichen Ziele zu erreichen, um sich etwa im Gesundheitssektor selbständig machen zu können. Wir zeigen, was die beliebtesten Fort- und Weiterbildungen in der Pflegebranche sind.

 

Weiterbildung zum Fachaltenpfleger/in im Bereich Psychiatrie

Als Altenpfleger/in betreut und berät man hilfsbedürftige ältere Menschen. Dank der Weiterbildung zum Fachaltenpfleger/in kann man sich auf einen bestimmten Bereich spezialisieren, etwa auf die Betreuung und Pflege älterer psychisch kranker Menschen. Wer die Weiterbildung erfolgreich absolviert, kann nicht nur im pflegerischen Bereich arbeiten, sondern auch die betriebsinterne Organisation übernehmen.

 

Weiterbildung Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in für Management im Gesundheitswesen

Die in Teilzeit etwa drei bis vier Jahre dauernde Weiterbildung bereitet darauf vor, Aufgaben des Sozialmanagements in der Betriebswirtschaft zu übernehmen. Infrage kommen verschiedene Arbeitsgebiete im Gesundheits- und Sozialwesen. Potentielle Arbeitgeber sind Alten- und Pflegeheime, Gesundheitsämter, Krankenkassen und andere Sozialversicherungsträger, ambulante soziale Dienste sowie Krankenhäuser, Fachkliniken und medizinische Versorgungszentren.

 

Fortbildung zum/zur Fachwirt/in in der Alten- und Krankenpflege

Mit der Fortbildung zum Fachwirt in der Alten- und Krankenpflege kann man das Pflegewesen in Zukunft vom Schreibtisch aus unterstützen. Teilnehmer erwerben betriebswirtschaftliches Wissen, dank dem sie die Ausgaben für Personalwesen, Marketing, Organisation und Öffentlichkeitsarbeit regeln können. Damit werden Pflegefachkräfte zum Entscheidungsträger ihrer Einrichtung.

 

Weiterbildung zum/zur Alltagsbegleiter/in

Eine sehr beliebte Weiterbildung ist die zum Alltagsbegleiter. Nach der Weiterbildung sind Alltagsbegleiter dazu befähigt, sich um ältere Menschen mit oder ohne gerontopsychiatrische Veränderung zu kümmern. Man übernimmt etwa um die gemeinsame Alltagsgestaltung mit der pflegebedürftigen Person, geht spazieren, kocht gemeinsam oder widmet sich kreativen Projekten.

 

Weiterbildung Pflegedienstleitung

Personalführung, Qualitätsmanagement, Betriebsführung, Abrechnungen – diese Aufgaben erwarten Pflegedienstleiter. Nach der entsprechenden Weiterbildung können Pflegedienstleiter die vollumfängliche Verantwortung für die Koordination des pflegerischen Bereichs übernehmen.

 

Fortbildung Praxisanleiter/in

Praxisanleiter sind für die Betreuung ihrer Auszubildenden zuständig. Sie sind ihr fester Ansprechpartner und fördern die Kompetenzen ihrer Schützlinge, indem sie zu Lernprozessen anregen, aber auch das selbständige Arbeiten der Schüler vorantreiben. Kurzum: Wer die Fortbildung zum Praxisanleiter absolviert, bereitet Auszubildende auf deren zukünftigen Arbeitsalltag vor.

 

Studium

Denjenigen, die über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügen, steht auch der Weg für ein Studium offen. Infrage kommen beispielsweise das "Staatsexamen Humanmedizin", "Bachelor of Science Pflege", "Bachelor of Arts Gesundheitsmanagement", "Bachelor of Arts Medizinpädagogik" oder "Bachelor of Science Präklinische Versorgung und Rettungswesen".

 

Weiterbildung zum Hygienebeauftragten

Als wichtiges Bindeglied zwischen Betriebsführung und Mitarbeitern beraten Hygienebeauftragte beide Parteien und informieren über notwendige Hygienemaßnahmen. Während der Fortbildung wird mikrobiologisches und hygienisches Fachwissen ebenso vermittelt wie spezielle Kenntnisse der Arbeitsprozesse. Die Weiterbildung zum Hygienebeauftragten kann in mehreren Gesundheitsbereichen absolviert werden: Hygienebeauftragter MFA/Arzthelfer oder Hygienebeauftragter in Pflegeeinrichtungen.

 

Der Pflegebereich bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzubilden und beruflich weiterzuentwickeln. Als gute Pflegefachkraft sollte man regelmäßig Lehrgänge besuchen, um bei der schnellen Entwicklung in der Medizin am Ball zu bleiben. Wer möchte, kann auch seine Kenntnisse nur in einem bestimmten Bereich weiter vertiefen und sich damit etwa auf Tätigkeiten in der Schmerztherapie, in der ambulanten Pflege, der Palliativpflege oder in der Sterbebegleitung spezialisieren.

 

Weiterbildungsförderung in Anspruch nehmen

Als Pflegefachkraft kann man die Entscheidung für eine Fort- oder Weiterbildung in verschiedenen Lebensphasen treffen. Einige möchten ihre Qualifikationen erhöhen wenn sie arbeitssuchend sind, andere möchten nach längerer Arbeitslosigkeit ihr Wissen mit einer Weiterbildung auffrischen. Aber auch dann, wenn man von Arbeitslosigkeit bedroht ist, sich beruflich neu orientieren oder sich für neue spannende Aufgaben im Gesundheits- und Pflegewesen weiterqualifizieren möchte, kann eine Fort- oder Weiterbildung die richtige Entscheidung sein. Weil diese qualifizierenden Maßnahmen aber nicht nur Zeit und Energie, sondern auch Geld kosten, ist es empfehlenswert, zu schauen, ob man finanzielle Unterstützung erhalten kann. Bund und Länder halten verschiedene Förderprogramme für einzelne Zielgruppen bereit.

 

Zu den bekanntesten Fördermöglichkeiten gehören der Bildungsgutschein (für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte und Menschen ohne Berufsabschluss), die Bildungsprämie (für Menschen mit geringem Einkommen), der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (für Berufsrückkehrer und Umorientierer), das Aufstiegs-BAföG (für Berufstätige, die ihre beruflichen Qualifikationen weiter ausbauen möchten), das Aufstiegsstipendium (für junge begabte Menschen, die nach der Ausbildung ein Studium absolvieren möchten) und das Weiterbildungsstipendium (für junge Menschen, die sich nach ihrer Berufsausbildung weiter qualifizieren möchten).