Orthopädieschuhmacher [m|w] | gesundheitsberufe.de

Orthopädieschuhmacher [m|w]

Orthopädieschuhmacher

In diesem handwerklich anspruchsvollen und abwechslungsreichen Beruf geht es um die Herstellung von orthopädischem Schuhwerk und anderen Heil- und Hilfsmitteln, die den Füßen Halt geben oder eine Fehlstellung der Füße ausgleichen. Jeder orthopädische Schuh wird individuell angefertigt und muss maßgenau passen.

Orthopädieschuhmacher und -schuhmacherinnen untersuchen und vermessen die Füße und Beine der Patienten und erstellen einen Fußabdruck, um die Verteilung der Belastung auf der Fußsohle und die Stellung des Fußes erkennen zu können. Daraus wird ein weiter Abdruck geformt, bis die gewünschte Form und das Aussehen des Schuhes den Vorstellungen entsprechen. Außer Maßschuhen fertigt ein Orthopädieschuhmacher unter anderem auch Fußstützen und Maßeinlagen nach einem Gipsabdruck (z.B. aus Gießharz) an. Darüber hinaus führen Orthopädieschuhmacher/innen verschiedene Maßnahmen der medizinischen Fußpflege durch.

 

Empfohlener Abschluss
Überwiegend mittlerer Bildungsabschluss; z.T. Hauptschulabschluss
 

Ausbildungsdauer
3,5 Jahre
 

Vergütung während der Ausbildung
1. Ausbildungsjahr: 427 EUR
2. Ausbildungsjahr: 490 EUR
3. Ausbildungsjahr: 552 EUR
4. Ausbildungsjahr: 613 EUR
 

Entwicklungsmöglichkeiten im Beruf

  • Spezialisierung auf Einlagenbau, Schaftbau, Bodenbau, Qualitätskontrolle
  • Techniker Schuhtechnik
  • Studium Technische Orthopädie und Rehatechnik (Hochschulreife erforderlich)
  • Betriebsassistent im Handwerk
  • Meisterprüfung
  • Existenzgründung: Orthopädieschumacherwerkstatt, Schuhfachgeschäft

 

Einsatzorte

  • Handwerkliche Orthopädiebetriebe
  • Kliniken
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • Sanitätshäuser mit schuhorthopädischer Abteilung
  • Schuhreparaturwerkstätten
  • Herstellerbetriebe von orthopädischen Schuhen
  • Werkstätten von Kliniken und Heilstätten
  • Eigener Betrieb

 

Persönliche Anforderungen im Beruf
Technisches und handwerkliches Geschick sind unverzichtbar, denn jedes orthopädische Hilfsmittel muss einzeln und mit äußerster Genauigkeit angefertigt werden. Für das Arbeiten nach Plänen und Zeichnungen ist ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen nötig. Die Arbeit erfolgt weitgehend selbstständig - von der Konzeption eines Hilfsmittels bis zur Anpassung an den Patienten. In diesem Beruf geht es um Menschen, die auf technische Hilfsmittel für den Alltag angewiesen sind. Die Tätigkeit erfordert daher sehr viel Einfühlungsvermögen und Taktgefühl, insbesondere im Umgang mit behinderten Menschen.

 

Empfohlene Literatur

Orthopädietechnik: Ein Lehrbuch für Orthopädieschuhmacher, Podologen, Orthopädisten und Orthopädietechniker

Weiterführende Informationen

  • Bekleidungs- und Ledertechnik
im VDMA
  • Bundesverband Lederwaren und Kunststofferzeugnisse 
e.V. (BVLK)
  • Internationaler Verband der Orthopädie-Schuhtechniker 
(IVO)
  • Verband der deutschen Lederindustrie e.V. (VDL)
  • Zentralverband Orthopädieschuhtechnik (ZVOS), zvos.de