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Orthopädietechnik-Mechaniker [m|w]

Orthopädiemechaniker und Bandagist

Orthopädiemechaniker und Bandagisten stellen technische Hilfsmittel für Menschen her, die Probleme mit ihren Knochen, Gelenken, Muskeln oder Sehnen haben. Auf ärztliche Anordnung bauen sie künstliche Gliedmaßen (Prothesen), Konstruktionen zur Unterstützung von Rumpf, Armen und Beinen (Orthesen), spezielle Bandagen und Korsetts, aber auch Erzeugnisse der Reha-Technik wie Rollstühle oder Krankenbetten.

Orthopädiemechaniker beraten die Patienten über eine optimale Behandlungsform, nehmen exakt Maß, fertigen eine räumliche Skizze an und stellen einen Negativabdruck (z.B. einer Prothese) her. Dieses Modell bearbeiten sie, bis die genaue Passform für den Patienten erreicht wird. Anhand des Modells produzieren sie die eigentliche Prothese aus Kunststoff, Holz, Leder, Metall, Harz, was fachmännisches Können bei der maschinellen und manuellen Verarbeitung verlangt. Bei der Anprobe erklären sie die Funktionsweise einer orthopädischen Hilfe (z. B. mechanisch, hydraulisch, elektronisch gesteuerter Gelenke).

Orthopädiemechaniker und Bandagisten passen auch Rollstühle an und installieren orthopädischer Hilfsmittel in der Wohnung Behinderter.

 

Empfohlener Abschluss
Mittlerer Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss

 

Ausbildungsdauer
3 Jahre

Vergütung während der Ausbildung
1. Ausbidungsjahr: 445 EUR
2. Ausbildungsjahr: 505 EUR
3. Ausbildungsjahr: 555 EUR

 

Entwicklungsmöglichkeiten im Beruf

  • Spezialisierung auf einzelne Fachgebiete wie  Fertigung, Instandhaltung, Kundenberatung, Anpassen von Hilfsmitteln, Qualitätskontrolle
  • Fachqualifikation Orthopädietechnikermeister oder Medizintechniker, Industriemeister in der Fachrichtung Metall, Techniker/in Medizintechnik
  • Studium Orthopädie- und Rehatechnik (Hochschulreife erforderlich)
  • Existenzgründung: Betrieb des Orthopädietechnikerhandwerks
  • Alternativen: Orthopädieschuhmacher, Feinwerkmechaniker, Fachberater/in für orthopädische Hilfsmittel

 

Einsatzorte

  • Orthopädische Abteilungen von Krankenhäusern, Rehazentren und Heilstätten
  • Sanitätshäuser
  • Hersteller von orthopädiemechanischen Erzeugnissen und Bandagen
  • Groß- und Einzelhandel

 

Persönliche Anforderungen im Beruf
Technisches und handwerkliches Geschick sind unverzichtbar, denn jedes Hilfsmittel muss einzeln und mit äußerster Genauigkeit angefertigt werden. Für das Arbeiten nach Plänen und Zeichnungen ist ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen nötig. Die Arbeit erfolgt weitgehend selbständig - von der Konzeption eines Hilfsmittels bis zur Anpassung an den Patienten. Sie verlangt hohe Verantwortung im Hinblick auf Qualität, Passgenauigkeit, Funktionstüchtigkeit und Wartung.In diesem Beruf geht es um Menschen, die auf technische Hilfsmittel für den Alltag angewiesen sind. Die Tätigkeit erfordert daher auch sehr viel Einfühlungsvermögen und Taktgefühl.

 

Empfohlene Literatur

Orthopädietechnik: Ein Lehrbuch für Orthopädieschuhmacher, Podologen, Orthopädisten und Orthopädietechniker

 

Weiterführende Informationen

  • Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV)
  • Bundesverband des 
Sanitätsfachhandels e.V. 
(BVS)
  • Deutsche Gesellschaft für
 Orthopädie und Orthopädische 
Chirurgie e.V. (DGOOC)
  • Deutsche Gesellschaft für
 Physikalische Medizin und 
Rehabilitation (DGPMR)
  • SPECTARIS - Dt. Ind.-Verband 
f. opt., medizin. und 
mechatron. Technologien e.V.
  • Zentralverband Orthopädieschuhtechnik (ZVOS), zvos.de