Karriere mit Hanf – Matthias Coufal von HANS Brainfood im Interview

Karriere mit Hanf – Matthias Coufal von HANS Brainfood im Interview

19.01.2026

Karrierewege verlaufen längst nicht mehr nur durch Kliniken, Praxen oder Hörsäle – sie führen auch über Ackerböden, Hanffelder und die Entwicklung eigener Lebensmittelmarken. Matthias Coufal, Geschäftsführer von HANS Brainfood, hat genau diesen Weg eingeschlagen und verbindet agrarwissenschaftliches Know-how mit unternehmerischem Denken.

Viele Leserinnen und Leser kennen den Spagat zwischen Verantwortung im Beruf, wenig Zeit und dem Wunsch, trotzdem konzentriert und leistungsfähig zu bleiben. Zwischendurch schnell irgendetwas essen – das ist Alltag, aber selten eine zufriedenstellende Lösung. HANS Brainfood setzt hier an: mit hanfbasierten, alltagstauglichen Produkten, die Konzentration, Genuss und eine bewusste Lebensführung unterstützen.

Im Interview sprechen wir darüber, wie Coufal von den ersten beruflichen Schritten zur eigenen Marke fand, welche Rolle Hanf als Kulturpflanze für ihn spielt und wie sich daraus ein wachsendes Unternehmen entwickeln konnte. Außerdem geht es um Spannungsfelder rund um Hanf und Cannabis – und darum, was Menschen in anspruchsvollen Berufen aus seiner Geschichte für ihren Arbeitsalltag mitnehmen können.

Gesundheitsberufe: Welche beruflichen Stationen prägten Ihren Weg vom Studium bis zur Gründung von HANS Brainfood, und welche Entscheidungen waren entscheidend?

Matthias Coufal: Schon während meines Studiums habe ich als Werkstudent im Bereich Vertrieb und Marketing für landwirtschaftliche Technologien gearbeitet, unter anderem für GPS-gesteuerte Lenksysteme. Dort habe ich früh gelernt, wie wichtig Strategie, klare Prozesse und Eigenverantwortung sind – auch in größeren Unternehmensstrukturen.

Nach dem Studium war ich als Produkt- und Marketingmanager tätig. Fachlich war das sehr spannend, gleichzeitig wurde mir bewusst, dass mein Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen begrenzt blieb. Der Wunsch, selbst Verantwortung zu übernehmen und ein Unternehmen ganzheitlich zu gestalten, wurde immer stärker.

Die Idee für HANS Brainfood entstand schließlich aus dem eigenen Alltag heraus: viele Dienstreisen, wenig Zeit und der Wunsch nach einer gesunden, unkomplizierten Ernährung. Hanfsamen als nährstoffreiche, regionale Rohstoffe waren dafür eine logische Grundlage.

Gesundheitsberufe: Gab es einen Moment, in dem Ihnen klar wurde: Ich verlasse klassische Karrierewege und gründe mit HANS Brainfood etwas Eigenes?

Matthias Coufal:

Der Wunsch nach Selbstständigkeit war bei mir schon früh vorhanden. Als Jugendlicher konnte ich mir gut vorstellen, entweder einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen oder ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Während des Studiums rückte dieses Ziel allerdings zunächst in den Hintergrund, da alles stark auf klassische Industrie-Karrieren ausgerichtet war.

Der Wendepunkt kam 2016, als ich die Idee eines Hanfsamen-Riegels bei einem Start-up-Wettbewerb in Regensburg vorgestellt habe und dafür ein sehr positives Feedback erhielt. In diesem Moment wurde mir klar, dass aus der Idee mehr werden kann – und dass ich den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchte. Kurz darauf habe ich gekündigt und mich zusammen mit meinen Mitgründern Isabella und Jakob voll auf den Aufbau von HANS Brainfood konzentriert.

Gesundheitsberufe: Wie beschreiben Sie die zentrale Mission von HANS Brainfood in wenigen Sätzen – für Verbraucherinnen, Verbraucher und Partner im Berufsalltag?

Matthias Coufal: Von Anfang an war es unsere Mission, Hanfsamen als das zu positionieren, was sie sind: ein hochwertiges, regional erzeugbares Superfood mit großem ernährungsphysiologischem Potenzial. Gleichzeitig wollten wir dazu beitragen, Hanf sachlich einzuordnen und Vorurteile abzubauen – durch transparente Produkte, Qualität und Aufklärung.

Mit der Teil-Legalisierung von Cannabis im Jahr 2024 hat sich unser Fokus erweitert. Unter der Marke BudVoyage beschäftigen wir uns heute zusätzlich mit eigenen Cannabis-Züchtungen. Dabei geht es nicht um Rausch, sondern um differenzierte Wirkprofile, die sich aus Terpenen sowie dem Verhältnis von THC und CBD ergeben. Unser Anspruch ist es, hier verantwortungsvoll, wissenschaftlich fundiert und transparent zu arbeiten.

Gesundheitsberufe: Welche Bedeutung haben Regionalität, ökologische Verantwortung und faire Lieferketten bei der Auswahl Ihrer Rohstoffe und der Entwicklung neuer Produkte?

Matthias Coufal: Diese Themen sind für uns zentraler Bestandteil der Marke. Wir verwenden ausschließlich biologisch erzeugte, regionale Hanfsamen und achten darauf, unsere Lieferketten so kurz und transparent wie möglich zu halten. Das ermöglicht faire Bedingungen für unsere landwirtschaftlichen Partner und reduziert gleichzeitig Umweltbelastungen.

Bereits in der Produktentwicklung berücksichtigen wir Verpackungskonzepte, die möglichst ressourcenschonend sind – etwa recyclingfähige Materialien oder Mehrwegbehälter, wie wir sie bei unseren Cannabis-Samen einsetzen. Zudem arbeiten wir bewusst mit regionalen Partnern aus Regensburg zusammen, was uns Flexibilität und Qualität sichert – oft wichtiger als der letzte Preisvorteil.

Gesundheitsberufe: Welche Vorteile bieten Ihre Hanf-Snacks und -Riegel im hektischen Arbeitsalltag gegenüber klassischen Süßwaren und herzhaften Snacks aus dem Supermarkt?

Matthias Coufal: Hanfsamen liefern hochwertiges pflanzliches Protein mit allen essenziellen Aminosäuren, enthalten wertvolle ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe sowie Mineralstoffe wie Magnesium und Eisen. Diese Nährstoffe sind natürlich enthalten und müssen nicht künstlich zugesetzt werden.

Im Vergleich zu klassischen Süßwaren oder stark verarbeiteten Snacks sind unsere Produkte deutlich naturbelassener, proteinreicher und besser verträglich. Gerade im hektischen Arbeitsalltag bietet das eine nachhaltigere Form der Energieversorgung.

Gesundheitsberufe: Auf welche Produktlinien von HANS Brainfood setzen Sie derzeit den Schwerpunkt, und welche Innovationen planen Sie im Bereich pflanzlicher Ernährung?

Matthias Coufal: Ein zentraler Fokus liegt derzeit auf unserer High-Protein-Linie. Durch Fermentation und Hydrolyse entwickeln wir pflanzliche Proteinprodukte, die sehr gut verträglich sind und eine hohe Bioverfügbarkeit aufweisen.

Unser Anspruch ist es, pflanzliche Ernährung so weiterzuentwickeln, dass sie funktional, alltagstauglich und konkurrenzfähig zu tierischen Produkten ist.

Gesundheitsberufe: Sie arbeiten mit Nutzhanfprodukten und bieten Cannabis Samen für THC-haltige Pflanzen an: Wie trennen und verantworten Sie diese Geschäftsbereiche?

Matthias Coufal: Die klare Trennung dieser Bereiche ist für uns essenziell. Unter HANS Brainfood vertreiben wir ausschließlich Nutzhanfprodukte und Hanfsamen als Lebensmittel.

Cannabis-Samen für THC-haltige Pflanzen führen wir bewusst unter der eigenständigen Marke BudVoyage. Zusätzlich arbeiten wir mit strengen internen Prozessen und regelmäßigen Laboranalysen, um höchste Standards einzuhalten.

Gesundheitsberufe: Welche Bedeutung haben rechtliche Vorgaben zu THC-haltigen Cannabissorten für Ihr Samenangebot, und wo sehen Sie besonderen Aufklärungsbedarf?

Matthias Coufal: Wichtig ist die sachliche Einordnung: Cannabis-Samen selbst enthalten keine Cannabinoide wie THC oder CBD. Diese entstehen erst in der späteren Pflanzenentwicklung. Das Konsumcannabisgesetz regelt den Umgang mit Vermehrungsmaterial zwar, ist aber oft nicht eindeutig.

Gerade in der Anfangsphase gab es unterschiedliche Auslegungen, was für Unternehmen wie unseres eine Herausforderung darstellte. Umso wichtiger ist aus unserer Sicht Aufklärung – sowohl für Verbraucher als auch für Marktteilnehmer – damit rechtliche Rahmenbedingungen korrekt verstanden und eingehalten werden.

Gesundheitsberufe: Herr Coufal, wir danken Ihnen im Namen unserer Leser für die interessanten Ausführungen und tiefen Einblicke in die Welt des Hanfs.

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