Die Personalnot in der Altenpflege wird immer größer: Die Fachkraftquote darf nicht länger ein Tabuthema sein | gesundheitsberufe.de

Die Personalnot in der Altenpflege wird immer größer: Die Fachkraftquote darf nicht länger ein Tabuthema sein

Der Arbeitgeberverband Pflege fordert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf, endlich energischer an realistischen Lösungsvorschlägen zu arbeiten, die schnell Verbesserungen bei der Personalsituation in der Pflege bringen.

Die völlig unflexible und willkürliche Fachkraftquote in der Altenpflege muss zügig auf den Prüfstand, ein bedarfsgerechter Personalmix muss auf den Weg gebracht und die Personalschlüssel müssen bundesweit überprüft werden.

Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident beim Arbeitgeberverband Pflege: ,,Wohin man hört und schaut: Der Mangel an Pflegekräften in der stationären und der ambulanten Altenpflege nimmt weiter rasant zu. Da mögen der Gesundheitsminister oder seine Staatssekretärin mit Anwerbeaktionen auf den Philippinen, im Kosovo oder jüngst im Mexiko sich noch so sehr medienwirksam in Szene setzen: Kurzfristig bringt dies alles kaum durchschlagende Verbesserungen. Eine politische Windmaschine mit viel Getöse, aber bislang sehr mäßigem Erfolg. Heute rächt sich, dass das Thema von der Politik jahrelang verschlafen und verdrängt wurde.“

Heime können laut AGVP immer öfter Betten nicht mehr belegen, müssen Anfragen von Pflegebedürftigen abweisen, weil das heute vorgeschriebene Personal trotz großer Ausbildungsanstrengungen fehlt. Fiedler: ,,Wir fordern Gesundheitsminister Jens Spahn deshalb auf, sich unverzüglich und ohne Scheuklappen für eine zeitgemäße Fachkraftquote in der Altenpflege einzusetzen, statt einer überholten und fachlich nicht begründeten 50-Prozent-Quote hinterher zu hecheln. Wir brauchen einen neuen Personalmix in der Altenpflege, bei dem auch andere Spezialisten der Gesundheitsbranche wie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten oder Heilerziehungspfleger mit einbezogen werden. "Zeitgemäße Fachkraftquote und bedarfsgerechter Personalmix", so heißt das Zukunftsmodell. Jens Spahn muss im Herbst das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen.“

Arbeitgeberverband Pflege